Home Page Image
 

Es hilft nichts, das Recht auf seiner Seite zu haben. Man muss auch mit der Justiz rechnen.

(Dieter Hildebrandt, dt. Kabarettist)

 


Hauptwohnsitzbefreiung bei Gebäudeerichtung

Private Grundstücksveräußerungen unterliegen seit 01.04.2012 der Steuerpflicht des § 30 EStG.

Bei der Erklärung der Immobilienertragsteuer ist die Hauptwohnsitzbefreiung die häufig angestrebte Befreiung für Eigenheime und Eigentumswohnungen. In diesem Fall sind Grund und Boden, sowie das Gebäude von der Immo-ESt befreit.

Voraussetzung für diese Hauptwohnsitzbefreiung ist, dass seit der Anschaffung und Herstellung (Fertigstellung) das Eigenheim oder die Eigentumswohnung seit zwei Jahren oder für mindestens fünf Jahre innerhalb der letzten zehn Jahre vor der Veräußerung als Hauptwohnsitz gedient haben und in beiden Fällen der Hauptwohnsitz aufgegeben worden ist. Für die Begründung und die Aufgabe des Hauptwohnsitzes ist eine Toleranzfrist von einem Jahr vorgesehen.

Problemhaft war der Zeitpunkt zwischen der Anschaffung eines Grundstückes bis zum Bezug und der Begründung des Hauptwohnsitzes. Dies wurde nunmehr durch eine Änderung des § 30 Abs. 2 Zif. 1a EStG klargestellt, in dem neben der Anschaffung des Grundstückes auch die Wortfolge „oder Herstellung (Fertigstellung)“ eingefügt worden ist.

Für die Anwendbarkeit des ersten Tatbestandes der Hauptwohnsitzbefreiung ist die durchgehende Nutzung des Eigenheimes oder der Eigentumswohnung als Hauptwohnsitz von der Anschaffung bis zur Veräußerung erforderlich. Es ist nunmehr klargestellt worden, dass im Falle der Anschaffung eines unbebauten Grundstückes mit späterer Errichtung eines Eigenheimes diese Mindestnutzungsdauer nicht vom Zeitpunkt der Anschaffung des Grund und Bodens, sondern erst vom Zeitpunkt der Fertigstellung des Gebäudes weg zu erfüllen ist. Als Zeitpunkt der Fertigstellung des Gebäudes kann im Zweifel der Zeitpunkt der Meldung über die Baufertigstellung mit der Baubehörde herangezogen werden.