Home Page Image
 

Es hilft nichts, das Recht auf seiner Seite zu haben. Man muss auch mit der Justiz rechnen.

(Dieter Hildebrandt, dt. Kabarettist)

 


Hauptwohnsitzbefreiung Grund und Boden

Von der Immobilienertragsbesteuerung ausgenommen ist unter anderem die Veräußerung von Eigenheimen inklusive Grund und Boden, wenn sie dem Veräußerer ab der Anschaffung bis zur Veräußerung für mindestens zwei Jahre durchgehend als Hauptwohnsitz gedient haben und der Hauptwohnsitz aufgegeben wird, oder innerhalb der letzten zehn Jahre vor der Veräußerung mindestens 5 Jahre durchgehend als Hauptwohnsitz gedient haben.

Die Einkommensteuerrichtlinien (Rz 663 4 EStR) definieren einen üblicherweise benötigten Bauplatz (in Anlehnung an die Rechtssprechung des Verwaltungsgerichtshofes zum Grunderwerbsteuergesetz) als Grundstück mit einer Größe von maximal 1.000 m2.

Dies hat in der Vergangenheit bedeutet, dass die Hauptwohnsitzbefreiung lediglich auf das Gebäude und einen Grundstücksanteil von maximal 1.000 m2 anzuwenden ist.

Ein Grundstücksanteil über 1.000 m2 hinaus unterliegt der Immo-ESt.

In einer aktuellen Entscheidung des Bundesfinanzgerichtshofes aus dem Jahre 2015 vertrat dieser die Meinung, dass sich allein an der absoluten Grundstücksgröße zu orientieren, unsachlich wäre.

Im Anlassfall wurde entschieden, dass der 3.646 m2 große Garten nicht zur Bebauung geeignet war. Der Bundesfinanzgerichtshof hat eine gänzliche Steuerfreiheit der Veräußerung akzeptiert.

Es wurde jedoch eine Revision der BFG am Verwaltungsgerichtshof zugelassen. Es wird diese Entscheidung zur endgültigen Klarstellung abzuwarten sein.